Bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung: Größte Transponder-Testinstallation

5. September 2019
Bewegungsprofil eines Luftfahrzeugs, das vom Testaufbau über verschiedene, unabhängige Detektionsmethoden bestimmt wurde.

Bewegungsprofil eines Luftfahrzeugs, das vom Testaufbau über verschiedene, unabhängige Detektionsmethoden bestimmt wurde. Copyright: AIR Avionics / Garrecht Avionik GmbH

Bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung von Windenergieanlagen: Im Raum Bremen realisierte eine Kooperation von Lanthan, RECASE und AIR Avionics die bisher bundesweit größte Installation an transponderbasierten Verkehrsempfängern. Auf sieben Anlagen des Herstellers Enercon wurden Verkehrsempfänger in Betrieb genommen, die den umliegenden Flugverkehr über ein ausgeklügeltes Sensorsystem erfassen und auswerten. Als Partner unterstützt wpd windmanager das Pilotprojekt mit der Nutzung von sieben auserwählten Windparks, die alle beim Bremer Unternehmen in der kaufmännischen und technischen Betriebsführung sind.

Zur Erhöhung der Sicherheit und Schaffung von Redundanz werden neben der Auswertung von Signalen von Transpondern auch weitere Signale genutzt. Die hochmoderne Auslegung des Systems erlaubt die genaue Lokalisierung des umliegenden Flugverkehrs.

Kostengünstig, wartungsarm und sicher

Auf Transpondertechnologie basierende BNK Systeme können kostengünstig, wartungsarm und sicher sein. Entscheidend ist hierbei die verwendete Technologie und auch deren Auslegung. Um die Systeme bereits heute optimal auszulegen, noch bevor finale Anforderungen an die behördliche Anerkennung feststehen, sind Testinstallationen ein wichtiges Werkzeug. Sie ermöglichen die Optimierung der verwendeten Empfangssoftware und auch das schnelle Reagieren auf neue regulatorische Anforderungen.

„Unsere Testinstallation ermöglicht es, unsere Technologie am finalen Einsatzort auf Windenergieanlagen zu erproben“, sagt Marc Förderer von AIR Avionics. „Die ersten Ergebnisse sind durchweg positiv. Wir erzielen bereits heute tolle Ergebnisse, eine hohe Signalgüte und einen Detektionsumfang der unsere Erwartungen sogar übertrifft.“

Bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung: In sieben Windparks, für die wpd windmanager die Betriebsführung macht, wurde die Testinstallation durchgeführt.

Nicht nur behördliche und luftsicherheitsrelevante Anforderungen sollen erfüllt werden, auch ein betreiberfreundliches Installations- und Wartungskonzept ist Teil der Testkampagne.

„Wir arbeiten seit vielen Monaten täglich hart an einer optimalen Lösung des gesamten Projekts für unsere Kunden“, sagt Olaf Schultz von Lanthan. „Unser Ziel ist es bei der Installation, im betrieblichen Bereich, dem Service und den damit verbundenen Kosten zum betreiberfreundlichsten Anbieter der Branche zu werden.“

Die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung mithilfe von Transpondersignalen birgt gegenüber aktuellen Radarlösungen große Vorteile, unter anderem deutlich geringere Kosten, größere Investitionssicherheit und höhere Akzeptanz bei Anwohnern. Mehrere unabhängige Fachgutachten in Deutschland und international beleuchteten die neuartige Technologie intensiv und stuften sie als mindestens gleich sicher wie bestehende Radarlösungen ein. Mit dem Energiesammelgesetz beschlossen, kann die Technologie auch in Deutschland als BNK Lösung genutzt werden.

Novellierung der AVV

Sobald die aktuell in Arbeit befindliche Novellierung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (AVV) abgeschlossen ist, plant das Konsortium den Anerkennungsprozess für sein System abzuschließen.

Schon heute werden maßgeschneiderte Angebote erstellt und im Rahmen von Individualisierungsstudien geprüft, was zur Ausstattung von Windenergieanlagen mit bedarfsgerechter Nachtkennzeichnung erforderlich ist.

„Besonderer Pluspunkt hierbei ist, dass die Studien technologieoffen ausgestaltet sind, sodass keine Technologierisiken auf Betreiberseite entstehen“, merkt Mitja Klatt von RECASE an. „Dies unterstreicht unsere Absicht, ein fairer und verlässlicher Partner für Betreiber zu sein, der auch in der Lage dazu ist, über den eigenen technologischen Tellerrand hinauszublicken.“

Hierbei gilt es alle Aspekte zu beleuchten, von der Verkehrserkennung, über die Vernetzung im Windpark bis zum Hindernisfeuer selbst. Über eigens entwickelte Hardware ist es zudem möglich, die Anbindung einzelner Windenergieanlagen kostengünstig, technologieoffen gegenüber Art und Hersteller der BNK Lösung und unabhängig von bestehenden Parkvernetzungen zu realisieren.

„Vor allem im Bereich der Akzeptanz spielt die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung eine wichtige Rolle. Daher unterstützen wir das Projekt natürlich gerne, um die technologische Entwicklung weiter voranzutreiben und so auch die Akzeptanz der Windenergie zu fördern“, erklärt Jonas Lesch, Technisches Management bei wpd windmanager.