Repowering: Zweite Lebenszeit für WEA in Kasachstan

28. Mai 2018

Aqtau, Kasachstan. Ein Pilotprojekt mit drei neuen Windenergieanlagen steht kurz vor der Inbetriebnahme. Neu? Nicht ganz. Denn genau die gleichen drei Anlagen stammen aus einem der Repowering-Projekte von wpd windmanager und standen vor einiger Zeit in gleicher Zusammensetzung bereits 4.600 Kilometer entfernt in Drochtersen, Niedersachen.

Wie alles begann: 2016 wurde der Windpark Drochtersen (Landkreis Stade) im Rahmen des Repowerings mit neuen effizienteren Windenergieanlagen ausgestattet. Die drei bisherigen Anlagen (zwei NEG Micon NM64c und eine Enercon E-70) waren am Standort seit 2002 und 2006 im Einsatz. Nach einer Betriebsdauer von 10 bzw. 14 Jahren wurde das vorhandene Repowering-Potential genutzt und die bestehenden Anlagen durch neue und vor allem höhere Anlagen des Typs Enercon E-115 ersetzt. Das Repowering führte zu einer Steigerung der Windpark-Leistung (MW) um 80 Prozent. Die damalige Planung und Umsetzung wurde in Kooperation der e3 erneuerbare Energien aus Hamburg sowie der wpd onshore durchgeführt und durch die Abteilung Repowering des wpd windmanager begleitet und koordiniert. Für die Kommanditisten der bestehenden WEA stellte das Repowering Drochtersen in kürzester Zeit einen außergewöhnlichen Erfolg dar.

Neue Chance für die Altanlagen aus Drochtersen

Da sich die bestehenden Anlagen in einem sehr guten technischen Zustand befanden, stand einem Verkauf der Windenergieanlagen nichts im Wege. Nach dem Rückbau durch die Deutsche Windtechnik wurden die drei Anlagen verkauft und machten sich per Schwertransport auf den weiten Weg nach Kasachstan. Der neue Standort der Drochtersen-Anlagen liegt im Westen Kasachstans, direkt am Kaspischen Meer. Diese Region bietet hervorragende Windverhältnisse und damit gute Prognosen für den neuen und gleichzeitig alten Windpark. Unterstützt wird das Team aus Kasachstan von den Kollegen der Deutschen Windtechnik.

Nachdem einige Herausforderungen wie die Kranverfügbarkeit in Kasachstan, jahreszeitbedingte Transportschwierigkeiten über vier Ländergrenzen hinweg und die detaillierten technischen Einstellungen der WEA gemeistert wurden, stehen die Anlagen nun an ihrem neuen Standort und drehen sich bereits im Testbetrieb.

Käufer der Anlagen ist die BEST Group aus Kasachstan, die Interessenvertreter des Unternehmens kommen ursprünglich aus dem Öl- und Gas-Sektor. Mit den Anlagen aus Drochtersen planen sie nun, einen Grundstein für den Ausbau Erneuerbarer Energien in Kasachstan zu legen. Eine Delegation der BEST Gruppe besuchte wpd windmanager und die Deutsche Windtechnik Anfang des Jahres. Auf Basis der Erfahrungen aus diesem Pilotprojekt will die BEST Gruppe dazu beitragen, ein professionelles Business für den Betrieb und Service von Windenergieanlagen aufzubauen.